Am Mittwochabend, dem 14. Januar 2026, kommen im Frankfurter Bahnhofsviertel zwei lebensrettende Initiativen zusammen. Der Johanniter-Pflasterlaster und die Sheltersuit Foundation gehen gemeinsam auf die Straße – genau dorthin, wo die Not am größten ist. Frankfurt ist eine Stadt der Gegensätze: Während Wohlstand und geschäftiges Treiben scheinbar nie schlafen, spielt sich das Leben im Bahnhofsviertel nachts auf Gehwegen und unter Brücken ab. Dort bedeutet Hilfe ganz konkret den Unterschied zwischen Frieren oder Warmbleiben, zwischen Gesehenwerden oder dem Verschwinden in der Anonymität der Straße.

Hilfe auf der Straße, wenn jede Minute zählt

In Frankfurt (Main) leben schätzungsweise 800 Menschen dauerhaft auf der Straße. Ohne ein Dach über dem Kopf, ohne Schutz vor Regen, Wind und winterlicher Kälte. Sinkende Temperaturen machen die Nacht für sie nicht zu einem Moment der Ruhe, sondern zu einem täglichen Kampf ums Überleben.

Der Johanniter-Pflasterlaster, ein umgebauter Krankenwagen, der als mobile Klinik dient, bringt medizinische Versorgung direkt zu diesen Menschen. Niedrigschwellig, menschlich und ohne Vorurteile. Wunden werden versorgt, Infektionen behandelt und Schmerzen gelindert. Dank der Unterstützung der Johanniter-Hilfsgemeinschaft können bei diesen Wintereinsätzen auch Sheltersuits ausgegeben werden – passgenau und bedarfsorientiert, genau dann, wenn Schutz am dringendsten benötigt wird.

Frankfurt Sheltersuit 2026_8 ©Tony Dočekal
Frankfurt Sheltersuit 2026_43 ©Tony Dočekal
Frankfurt Sheltersuit 2026_1 ©Tony Dočekal
Frankfurt Sheltersuit 2026_44 ©Tony Dočekal
Frankfurt Sheltersuit 2026_27 ©Tony Dočekal

Schutz vor Kälte kann Leben retten

Der Sheltersuit ist ein wind- und wasserdichter Parka mit integriertem Schlafsack. Entwickelt, um Körperwärme zu speichern und vor Nässe zu schützen. Für Menschen, die auf der Straße leben, ist er kein Luxus, sondern eine lebensnotwendige Hilfe. Ein direkter Schutz vor Unterkühlung und Erfrierungen – besonders im Winter, wenn jede Nacht ein Risiko darstellt.

An diesem Einsatzabend ist auch Sheltersuit-Gründer Bas Timmer vor Ort. Er erlebt aus nächster Nähe, wie sein Design auf der Straße eingesetzt wird und was passiert, wenn medizinische Hilfe mit Schutz vor Kälte kombiniert wird. Zwei Formen der Hilfe, die gemeinsam stärker sind als jede für sich allein.

Ein Abend, direkte Wirkung

An diesem Mittwochabend werden mehr als fünfzehn Menschen medizinisch versorgt. Die Behandlungen reichen von kleineren Verletzungen bis hin zu sehr schweren Wunden an Beinen und Armen. Viele der Betroffenen sind stark unterkühlt, manche ohne ausreichende Kleidung, um ihren Körper warm zu halten.

Gerade in diesen Situationen macht der Sheltersuit den Unterschied. Vor Ort wird geprüft, welche Größe und welcher Typ benötigt wird, damit jemand die Nacht wärmer und sicherer überstehen kann. Eine einfache Geste – aber lebensrettende Hilfe im entscheidenden Moment.

Frankfurt Sheltersuit 2026_16 ©Tony Dočekal
Eine obdachlose Person aus Frankfurt mit einem Sheltersuit

 Seit wir die Sheltersuits haben, verfügen wir über ein großartiges Mittel, um Menschen effektiv zu helfen. Neben medizinischer Versorgung konnten wir an diesem Abend auch Wärme geben. Das macht diese Arbeit so wertvoll 

– Oliver Pitsch, Leiter Johanniter-Pflasterlaster

Wärme bedeutet auch Würde

Für Oliver Pitsch und sein Team ist die Kombination aus medizinischer Hilfe und Sheltersuits von unschätzbarem Wert. Sie begegnen täglich Menschen, die stark unterkühlt sind – manchmal ohne T-Shirt oder Pullover. Dank der Sheltersuits können sie nicht nur Wunden behandeln, sondern auch Schutz vor der Kälte bieten.

Laut Pitsch sind die Anzüge eine enorme Bereicherung für die Arbeit des Pflasterlasters: praktisch, wirksam und vor allem menschlich. Sie spenden nicht nur Wärme, sondern auch ein Gefühl des Gesehenwerdens – etwas, das auf der Straße oft fehlt.

Gemeinsam stark innerhalb der Johanniter-Familie

Die Verteilung der Sheltersuits in Frankfurt wird durch die Johanniter-Hilfsgemeinschaft ermöglicht und vor Ort von Hans von Maltzahn, Vorsitzender der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Frankfurt, koordiniert. Die Zusammenarbeit mit dem Pflasterlaster zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen und Organisationen sich für dasselbe Ziel zusammenschließen.

Freiwillige, Pflegekräfte und Hilfsorganisationen arbeiten Hand in Hand aus einer gemeinsamen Überzeugung heraus: Niemand darf in der Kälte zurückgelassen werden. In diesem Winter werden deutschlandweit tausend Sheltersuits verteilt, davon hundert in Frankfurt – alle gefertigt aus upgecycelten Materialien in einer sozialen Werkstatt in den Niederlanden, von Menschen mit Flucht- oder Wohnungslosigkeitserfahrung.

Frankfurt Sheltersuit 2026_19 ©Tony Dočekal
Een dakloos persoon uit Frankfurt met een Sheltersuit

Hilf mit in diesem Winter in Frankfurt

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin Sheltersuits herstellen und an Menschen auf der Straße verteilen – gerade dann, wenn Kälte lebensbedrohlich wird. Durch eine Spende oder das Teilen dieser Geschichte hilfst du mit, medizinische Versorgung und Wärme dorthin zu bringen, wo sonst niemand hinschaut. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass mehr Menschen eine wärmere und sicherere Nacht erleben. Denn echte Hilfe beginnt manchmal ganz einfach mit einem Reißverschluss.

newsletter

Erhalten Sie unsere Wirkung in Ihrem Postfach

Neueste updates

Alles kann in einer einzigen Nacht verloren gehen

Gemeinsam stark vor dem Rathaus: Ein Abend mit Utopia in Paris

Wo alles verschwinden kann, außer Würde

Wo die Tür immer offensteht: De Herberg in Breda

Wo medizinische Hilfe und Wärme in Frankfurt zusammenkommen

Image
sheltersuit-animated-logo

Support us to bridge the gap

Hilf uns, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – ein Sheltersuit nach dem anderen. Spende jetzt und bewirke etwas. Gemeinsam überbrücken wir die Kluft. Für dich. Für sie.